Nachgefragt bei Carina Laschober-Luif, Gewinnerin in der Kategorie "Bester Themen Blog"

3. Oktober 2019

Mit ihrem Rezept für "Wuzinudeln mit Mohn und Zucker" holte sich Carina Laschober-Luif beim #afba17 den ersten Platz in der Kategorie "Kulinarische Schätze". Heuer wurde sie für ihren Blog "Landwirtschaft schmecktin unserer Kategorie "Bester Themen Blog" powered by BILLA neuerlich mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Wir haben bei Carina nachgefragt, warum es ihr ein so wichtiges Anliegen ist, den Menschen die Landwirtschaft wieder näher zu bringen. 

Carina, wie ist die Idee zu deinem Blog „Landwirtschaft schmeckt" entstanden?

Ich komme in meiner täglichen Arbeit als Direktvermarkterin, Seminarbäuerin und Schule am Bauernhof-Anbieterin mit den verschiedensten Menschen zusammen. Dabei habe ich gemerkt, dass viele ein großes Interesse daran haben, wie Landwirtschaft funktioniert. Den Blog habe ich als große Chance gesehen, einen Schritt auf die Menschen zuzugehen und einem breiten Publikum außerhalb der Landwirtschaft zu zeigen, wie wir am Betrieb arbeiten. Ich glaube, dass ich damit einen kleinen Beitrag dazu leiste, mehr Wertschätzung für uns und unsere Arbeit zu erhalten und das Vertrauen in uns Bäuerinnen und Bauern zu stärken.

Mit deinem Blog möchtest du den Menschen auch die Landwirtschaft wieder näher zu bringen. Warum ist dir das ein so wichtiges Anliegen?

Landwirtschaft hat in der Menschheitsgeschichte immer eine zentrale Rolle gespielt und wird auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der Gesellschaft einnehmen. Jeder muss essen und ist somit elementar auf uns und unsere Arbeit angewiesen. Wir sind mittlerweile nur mehr eine sehr kleine Berufsgruppe, und immer mehr Wissen darüber, wie man Lebensmittel erzeugt, geht unweigerlich verloren. Außerdem wird in Zeiten von Internet und sozialen Medien viel Unwissen verbreitet, worunter wir Bäuerinnen und Bauern manchmal schon sehr zu leiden haben. Ich glaube, wir müssen in Zukunft viel mehr selber aktiv werden und über unsere Arbeit kommunizieren und unsere Geschichten erzählen. Wir haben das große Glück, dass viele Menschen wissen wollen, was wir zu sagen haben. Mit meinem Blog versuche ich Themen, die die Menschen interessieren, anzusprechen, und ihnen die Gelegenheit zu geben sich aus erster Hand Informationen zu holen und ein Bild zu machen.

Du hast schon 2017 beim Austria Food Blog Award mit einem Rezept gewonnen. Was hat sich seit dieser Auszeichnung für dich und deinen Blog getan?

Das war schon eine wirklich große Überraschung, als ich damals den ersten Platz gemacht habe. Nach meinem Sieg habe ich mich eigentlich erst richtig damit auseinander gesetzt und gelernt, wie man bloggt. Ich habe mich viel mit dem Thema Food Fotografie beschäftigt und mir angeschaut, wie andere Blogs aufgebaut sind. Sehr viel gelernt habe ich als Jurorin beim AFBA 2018. Man merkt beim Durchlesen sofort, wer mit Herzblut dabei ist, und das hat mich darin bestärkt, meinen eigenen Weg weiter zu gehen und meinen nicht ganz so typischen Food Blog auf meine Art und Weise weiter zu führen.

Du lebst mit deinen beiden Kindern und deinem Mann auf einem Bauernhof in Pinkafeld. Welche Tiere gibt es bei euch am Hof? Welches Obst und Gemüse baut ihr selber an?

Wir haben einen gemischten Betrieb mit den Schwerpunkten Milchwirtschaft und Direktvermarktung. Bei uns leben Rinder, Schweine, Gänse, Enten, Truthühner und Hühner. Wir bewirtschaften Streuobstwiesen, wo vorwiegend Apfelbäume wachsen, und erzeugen daraus Apfelmost, Fruchtsäfte und Edelbrände. Außerdem bauen wir Erdäpfeln an und natürlich auch ein bisschen Gemüse für den Eigengebrauch. Mein Mann ist nicht in der Landwirtschaft tätig – mein Bruder, seine Lebensgefährtin und ich haben den Hof von meinen Eltern übernommen.

Wo isst man bei euch im Burgenland richtig gut? Welches ist dein aktuelles Lieblingslokal?

Das „eine" Lieblingslokal habe ich nicht. Wenn wir es schaffen essen zu gehen, dann in meiner Heimatgemeinde oder im näheren Umkreis. Wir haben Restaurants mit traditionell österreichischer, italienischer oder chinesischer bzw. japanischer Küche. Also alles was das Herz begehrt.

Welches ist dein liebstes, typisch burgenländisches Gericht?

Ein echt Burgenländischer Bohnensterz – natürlich mit Wachtelbohnen und viel Schweineschmalz.

In deiner Küche: Was ist dein wichtigstes Küchenutensil?

Meine Waage. Die ist für mich unverzichtbar!

Was ist deine absolute Lieblingszutat?

Butter. Die muss immer im Kühlschrank sein.

Was ist dein internationaler Lieblingsblog?

earlymorningbirds" – der Blog handelt von einer vierfachen Mutter, die über ihre Familie und das Leben am Land schreibt.

Was ist dein liebstes Kochbuch?

„Die gute Küche" von Ewald Plachutta und Christoph Wagner

Wohin geht's mit „Landwirtschaft schmeckt"? Hast du schon ein neues Projekt in Planung?

Keine Ahnung, was mir in Zukunft noch alles einfällt. Ich hatte nie einen speziellen Plan, wohin es mit „Landwirtschaft schmeckt" gehen soll. Ich lass mich überraschen und freue mich schon darauf.

Hier geht's zum Blog "Landwirtschaft schmeckt" von Carina. 
Fotos: © Carina Laschober-Luif 

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