Nachgefragt bei Michaela Titz von Littlebee, Gewinnerin in der Kategorie "Bester Blog Austria"

30. September 2019

Unsere Gewinnerin in der Kategorie "Bester Blog Austria" powered by BILLA heißt Michaela Titz vom Blog "Littlebee". In dieser Kategorie war es unserer Jury besonders wichtig, dass der Gewinner oder die Gewinnerin mit seinem oder ihren Blog zeigt, dass Österreich schmeckt und ein reiches, kulinarisches Erbe hat. Wir haben unsere Gewinnerin Michaela zum kurzen Interview gebeten: 

Michaela, wie ist die Idee zu deinem Blog entstanden? Woher kommt der Name „Littlebee“?

Littlebee hat sich über die Jahre sehr verändert und entwickelt. Lange war meine Seite von kreativen Themen und DIY’s geprägt, aus dieser Zeit, in der sich fast alles um Kinderthemen gedreht hat, stammt auch noch der Name. Manchmal bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er überhaupt zu einem Foodblog passt, aber ihn zu ändern kommt eigentlich auch nicht mehr in Frage. Mein kreativer Fokus hat sich in den letzten 1,5 Jahren sehr stark auf die Küche verlagert, ich habe einfach gemerkt, dass es mir ein Anliegen ist, meine Küchengeschichten nach außen zu tragen, meine Ideen rund um Küche und Garten zu teilen.

Du hast in der Kategorie „Bester Blog Austria“ gewonnen, eine Auszeichnung für Blogs, die mithelfen, das kulinarische Erbe Österreichs zu bewahren. Welche typisch österreichischen Rezepte sind deine liebsten?

Knödel - in allen Variationen, aber am allerliebsten Topfenknödel gefüllt mit Marillen aus meinem eigenen Garten oder Erdbeeren. Überhaupt ist es die Mehlspeisküche, die ich sehr mag, Powidltascherl und Streuselkuchen, es gibt einfach nichts Besseres. 

Du schreibst auf deinem Blog auch immer wieder über deine Oma, die du mit deinen frühesten, kulinarischen Erinnerungen verbindest. Welche drei Tipps hat dir deine Oma in der Küche mit auf den Weg gegeben?

„Die einfachsten Dinge sind oft die Besten“ - und damit hat sie so recht. Ich erinnere mich noch so genau an die gekochten Erdäpfel mit Butter und Salz oder das Butterbrot mit Käse; in der Küche muss nicht immer alles mit viel Aufwand gekocht werden, es sind wirklich ganz oft die einfachsten Dinge, die unser Herz strahlen lassen.

„Lebensmittel wirft man nicht weg“ und auch das handhabe ich genauso wie sie. Als Kind der Kriegsgeneration hatte das Wegwerfen von Lebensmitteln für meine Oma eine andere Bedeutung als heute für uns, sie hat als Kind bestimmt oft hungern müssen, Lebensmittel zu verwerfen kam also niemals in Frage. Und es war für mich immer faszinierend, dass sie selbst aus den schrumpeligen Äpfeln das beste Apfelmus gezaubert hat. Und auch mir ist es wichtig, nichts zu verschwenden, deswegen versuche ich von der Knolle bis zum Blatt alles zu verwerten. 

„Alles mit Gefühl“ als ich älter wurde, haben mich die Rezepte interessiert, die sie gekocht hat, nie hab ich sie mit einem Kochbuch gesehen, alles kam aus dem Gedächtnis, und die Antwort auf meine Fragen war immer „ich koche nach Gefühl“ . Heute verstehe ich sehr gut, was sie gemeint hat. Und so habe ich durchs Zusehen von ihr gelernt, und ihre Fleischlaibchen koche ich heute auch nur nach Gefühl, ein nieder geschriebenes Rezept gibt es nicht.

Du hast gemeinsam mit Eva von Mei liabste Speis die Aktion „WIRLIEBENSAISONAL“ ins Leben gerufen. Erzähle uns, worum es dabei genau geht!

Unter dem Hashtag #wirliebensaisonal hat Eva mich dazu eingeladen, gemeinsam ein Herzensprojekt zu tragen, hinter dem wir beide voll und ganz stehen. Gemeinsam setzten wir uns für ein Thema ein, dass für uns Bedeutung hat, uns bewegt und wir mit anderen teilen wollen, saisonales Obst und Gemüse wieder mehr in den Vordergrund zu rücken.

So entstand auf Instagram im Frühjahr 2019 die erste #WIRLIEBENSAISONAL Aktion. Eine kleine Runde von Bloggern, die ihre saisonalen Rezept mit der Community geteilt hat, um aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass die Regionalität und die Saisonalität wieder mehr an Bedeutung gewinnen sollte.

Nach der großen Resonanz hat Eva vorgeschlagen, ein sichtbares Zeichen zu setzten, für diese Aktion. Das #wirliebensaisonal Siegel ist entstanden, als Bekenntnis zu Saisonalität und den damit verbundenen Werten. Es ist zugänglich für alle, die sich ebenso für unser Thema einsetzten, die näheren Infos dazu findet man auf unseren Blogs.

In deiner Küche: Was ist dein liebstes Küchenutensil?

Meine Küchenmachine - ich backe viel und oft, ohne Küchenmaschine geht es zwar auch, aber sie erleichtert mir den Alltag schon sehr.

Was ist deine absolute Lieblingszutat?

Kräutersalz – am liebsten selbst gemacht – und frische Zitrone.

Was ist dein internationaler Lieblingsblog?

Im Moment eindeutig Syl Gervais. Keine andere im Netz versteht es für mich im Moment so sehr, den Nerv der Zeit zu treffen. Syl kocht zwar fast ausschließlich vegan, aber sie verarbeitet von der Knolle bis zum Blatt einfach alles in ihrer Küche, so wie auch ich es mache. Deswegen ist sie eine grandiose Inspiration, nicht nur für mich. 

Was ist dein liebstes Kochbuch?

„Jamies America“ von Jamie Oliver, weil es so viele kulinarische Möglichkeiten abdeckt und in diesem Buch der beste Cheesecake drinnen ist, den ich kenne. 

Wohin geht’s mit „Littlebee“? Was ist dein nächstes Projekt mit „Littlebee“?

Wie fast alle Foodblogger träume auch ich vom eigenen Kochbuch. Ich bin gespant, was die Zukunft bringen wird, und ob ich mir diesen Traum bald erfüllen kann. Alles andere steht in den Sternen. Vielleicht gibt es 2020 ein paar Workshops mit mir, wir werden sehen.

Hier geht's zum Blog Littlebe
Fotos: Michaela Titz/ Littlebee; Porträt von Michaela: Miriam Mehlman 

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