So überzeugst du mit deiner About-Me-Seite - die besten Tipps aus dem #afba Akademie Workshop mit Bettina Fürlinger

18. September 2018

Wie ist eine About-Me-Seite aufgebaut, die bei LeserInnen gut ankommt? Welche Geschichte erzähle ich meinen LeserInnen und wie finde ich sie überhaupt? Bettina Fürlinger gab uns im Rahmen der #afba18 Akademie einen Crashkurs im Storytelling und beantwortete alle Fragen rund um eine gelungene About-Me-Seite. Wir haben für euch die wichtigsten Tipps aus dem Workshop zusammengefasst: 

FREEWRITING ZUM START

Starte mit einer Freewriting-Session vor dem eigentlichen Schreiben. Die Idee dazu stammt ursprünglich von Peter Elbow: Man schreibt einen Rohtext, einen „shitty first draft“, den niemand lesen wird. Du kannst also völlig unzensiert schreiben, weil er nur für dich ist. Das bringt dich in den richtigen Schreib-Mood, weil du lernst, Schreiben und Überarbeiten zu trennen. 

BASICS „ABOUT ME“-SEITE 

Warum braucht man überhaupt eine About-Me-Seite? 

Die Leser wollen wissen, wer hinter einem Blog steckt, weil sich Menschen für Menschen interessieren und sich gerne von anderen inspirieren lassen. Die About-Me-Seite vermittelt Authentizität und ist deshalb besser nicht in Marketing-Sprech geschrieben. Stattdessen darf ruhig Lokalkolorit und Dialekt durchkommen, wenn das der eigenen Person entspricht. 

Was ist der Inhalt einer guten About-Me-Seite?   

Was ist die Motivation hinter deinem Blog? Was ist deine Leidenschaft? Was ist dein Credo, für das was du tust? Was macht mich einzigartig? Was ist die Nische deines Blogs? Wen möchtest du mit deinem Blog ansprechen? Was sind deine Kompetenzen, deine Spezialisierung, dein Know-How? 

Die About-Me-Seite ist eine gute Möglichkeit, um Nähe zu deinem Leser herzustellen: vermittle ein (Lebens-)Gefühl, zeig dich menschlich und nahbar. Kompetenz lässt sich beispielsweise gut mit Testimonials oder Kundenstimmen vermitteln. 

 

Was gehört nicht auf eine About-Me-Seite? 

Eine About-Me-Seite ist kein Lebenslauf! Relevante Ereignisse, die mit deinem Blog zu tun haben, können durchaus hineinspielen, aber in erzählerischer Form und nicht als Aufzählung. 

„Show, don’t tell“ 

Dinge nicht behaupten, sondern dem Leser selbst den Schluss daraus ziehen lassen: Beschreibe alles so, dass es beim Leser ankommt, wie du gerne hättest, dass es der Leser wahrnimmt. Nicht: „Die Aussicht ist schön“, sondern „Vom Fenster aus blickt man auf das strahlend-blaue Meer…"

BASICS STORYTELLING

Warum ist es gut, Geschichten zu erzählen? 

Eine Studie der Stanford University hat ergeben, dass Geschichten 22x stärker erinnert werden als Zahlen und Fakten. Weil das Gehirn eine gute Geschichte erlebt, als wäre man selbst dabei gewesen. 

Die Zutaten einer guten Geschichte sind: 

  • Der Protagonist/ der Held (z.B. Gründer eines Unternehmens, Blogger, Enabler, Mentor, Weichensteller) darf ruhig Ecken und Kanten haben. Er soll Identifikation/ Empathie beim Leser erzeugen. 
  • Der Held hat ein Motiv, ein Ziel, einen Wunsch
  • Dann kommt ein Hindernis, ein Konflikt dazwischen z.B. Schwierigkeiten beim Start des Blogs. Diese Hindernisse machen eine Geschichte menschlich und damit interessant. 
  • Der Held überwindet das Hindernis, es kommt zu einer Veränderung = "Heldenreise"
  • Das alles wird eingebettet in einen Ort, eine Szene, einen Hintergrund

Beispiele für gute About-Me-Seiten findest du z.B. bei:

BRAINSTORMING „MY UNIQUENESS"

Diese Fragen helfen dir, dich deiner Uniqueness zu nähern, die du für dein About-Me brauchst. Notiere am besten alles in einer Uniqueness-Mindmap

  • Was ist mein Credo? Was ist meine Überzeugung? 
  • Was ist meine Leidenschaft? Was motiviert ich? WAs inspiriert mich? 
  • Was mache mich anders? Was macht mich bunt (Know-How, Spezialisierung, ausgefranste Kombi)?
  • Was verbindet mich mit meinen Lesern? Was haben wir gemeinsam? 
  • Was werde ich gefragt? Was wollen Menschen/ Leser über mich wissen? 

Dann such die „Magic Moments“ darin: 

  • Wo hat sich mein Credo gezeigt/ verändert…? 
  • Was war ein Schlüsselmoment/ ein aha-Erlebnis/ ein Highlight?
  • Wann war ich total stolz, berührt, überrascht? Wie war die Geburt meiner Idee? 

Dann arbeite die „Magic Moments“ noch genauer heraus und versuche sie zu „zeigen statt zu behaupten": 
  • Was hat sich verändert? Was sind Auswirkungen auf das Tun/ das Leben/ Die Sicht auf die Welt? 
  • Was ist anders als sonst? 
  • Was ist eine Wendung? Was trägt zur Lösung bei? 
  • Welche Bilder tauchen auf? 
  • Welche Gegenstände, Details, Symbole, Metaphern? 
  • Welche Sinneseindrücke (Gerüche, Geräusche, Gefühle)? Wie ist die Stimmung?  

Schreibe dein "About Me" basierend auf deinen "Magic Moments": 

Wenn du deine "Magic Moments" gefunden hast, schreibe dein About Me darauf basierend. Fang wieder mit einem "shitty first draft" an und überarbeite ihn in einem weiteren Schritt. 

Hier findest du noch einen Artikel von Bettina Fürlinger aus dem Magazin Business Art: "Von der Heldenreise zum Elevator Pitch"

Buchempfehlungen von Bettina Fürlinger: 

  • Simon Sinek: Start with Why. How great leaders inspire everyone to take action.
  • Petra Sammer: Storytelling. Die Zukunft von PR und Marketing. 
  • Thomas Pyczak: Tell me! Wie Sie mit Storytelling überzeugen.  

Foto: Unsplash.com/ Brook Cagle 
Text: Daniela Wiebogen 

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