Ein Kraftwerk an Esswerk, #afba18 Jurorin Andrea Ficala

1. März 2018

Unsere AFBA Jurorin 2018 Andrea Fičala  ist studierte Ernährungswissenschafterin und war einige Jahre in der Lebensmittelproduktion tätig. Im Laufe der Zeit spezialisierte sie sich auf Gesundheitsförderung, Schulungen in der Gemeinschaftsverpflegung und lebendige Ernährungsbildung für jung und alt. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt (Ernährungsökologie) entwickelt sich dabei zu einem wertvollen Schwerpunkt. Als ausgebildete Köchin fördert sie die “Kulturtechnik Kochen” bei jungen Menschen zum Beispiel an Schulen und den damit verbundenen Erwerb wichtiger Lebenskompetenzen. 

Ihre großen Leidenschaften sind neben dem Kochen, das Arbeiten mit Menschen und das Gärtnern in der Stadt, vom kleinen Blumentopf bis hin zum Gemeinschaftsgarten. Sie schreibt Kochbücher und hält Kochkurse. 

Wir haben den Ernährungsprofi getroffen und ihr ein paar Fragen gestellt:

AFBA: Andrea, du bist Ernährungswissenschafterin, Kochbuchautorin und Köchin, wie wichtig ist für dich das Kochen als Kulturtechnik?

ANDREA: Für mich ist die Fähigkeit, zu kochen, unerlässlich für ein Leben in Selbstverantwortung. Es ermöglicht uns, zu entscheiden, was wir in unserem Essen haben wollen, woher unsere Zutaten kommen und unabhängig zu sein von vorgefertigten Produkten. Faszinierend ist auch, was beim Kochen passiert, all die chemischen Prozesse, die dann einen herrlichen Geschmack ergeben, eine Speise zart-weich oder knusprig machen. Das Kochen hat eine Anziehungskraft auf die meisten Menschen. Manche werden dabei selbst aktiv, andere sehen einfach gerne zu oder lesen darüber. Es kann uns scheinbar auch glücklich machen.

AFBA: Bei deinen Kochworkshops vermittelst du viel Wissen zu gesunden Lebensmitteln, wie schaffst du es, das Gelernte in den Köpfen der Teilnehmenden zu verankern?

ANDREA: Ich versuche, so gut es geht, in der individuellen Lebenswelt anzudocken. Das Gelernte gleich einmal selbst anzuwenden, hilft sehr, es dann auch im Alltag zu probieren. Deshalb ist für mich die Kombination von Theorie und Praxis ausgesprochen wichtig.

AFBA: Du arbeitest mit Kindern in Schulen, unter anderem auch im Garten. Was brauchen die Kinder heute?

ANDREA: Kinder und Jugendliche wissen bereits viel über gesunde Ernährung, die Umsetzung ist aber – wie von den Erwachsenen oft vorgelebt – irgendwie unattraktiv. Die größte Chance ist es, sie erleben zu lassen, wie genussvoll eine gute Ernährung ausschauen kann. Gesund ist mir persönlich dabei zu wenig. Weil Essen einfach mehr ist. Wenn Kinder selbst kochen oder im Garten erleben, wie ihr Essen wächst, schafft das eine Beziehung und sie fangen an, es zu mögen. Und ganz nebenbei werden ihre motorischen, sozialen und persönlichen Fähigkeiten verbessert.

AFBA: Was isst du, wenn du hungrig nach Hause kommst und keine Zeit zum Einkaufen hattest?

ANDREA: Dann muss das her, was ich gerade in meinem Kühlschrank und den Küchenkasterln finde. Da lässt sich immer etwas zaubern.

AFBA: Dein liebstes Restl-Essen?

ANDREA: Mich macht es glücklich, wenn ich es schaffe, keine Lebensmittel wegzuwerfen, ich liebe also alle Restl-Essen. Sofort am Radar habe ich aber den „Wok der Verdammnis“. Der Name stammt von einem Freund, der berühmt-berüchtigt dafür ist, alles, was im Kühlschrank ein verlorenes Dasein fristet, in einem Wok und mit viel Chili doppelt scharf anzubraten und dazu schlicht Brot oder Reis zu servieren. Bei mir läuft das dann auch in etwa so ab. Sehr flexibel und spontan eben. Das ist einfach, wenn man ein bisschen kochen kann.

AFBA: Wo liest ein Profi wie du Rezepte nach?

ANDREA: Die klassischen Wiener Rezepte schaue ich in meinem, schon gut abgegriffenen, Lieblings-Rezeptbuch nach. Wenn ich nach neuen Inspirationen suche, dann immer auf Foodblogs. Sie sind unglaublich kreativ, meist gut für den Alltag geeignet und vor allem getestet, was ich besonders wichtig finde.

AFBA: Worauf wirst du bei den eingereichten Rezepten als Jurorin beim #afba18 besonders achten?

ANDREA: Mir gefällt es, wenn FoodbloggerInnen ein wenig über den Tellerrand schauen. Wenn sie auch dazu anregen, sich kritisch mit der Herkunft und Qualität unserer Lebensmittel auseinander zu setzen. Und nicht jedem Foodtrend unreflektiert hinterherzulaufen, sondern eigene Wege zu gehen. Persönlich finde ich es auch interessant, was so „rundherum“ noch passiert und wie gut die Informationen recherchiert sind, die dann weitergegeben werden.

Hier könnt ihr mehr über über Andrea Fičala und ihr ESS WERK erfahren. Der AFBA 2018 startet mit neuen Kategorien und Jurymitgliedern im Mai 2018, abonniere unseren NEWSLETTER und halte dich am Laufenden.

Andrea Ficala Esswerk und Jurorin beim Austria Food Blog Award 2018

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